Parfüm

Das bin ich, Erik Kormann, Hobbyparfumeur 
aus Leidenschaft und hier stehe ich neben der
wunderschönen Plastik Habit de Parfumeur von
Tomek Kawiak, die der Künstler nach dem
berühmten Kupferstich von Nikolaus Larmessin
schuf. Man findet die Plastik vor dem ehemaligen 
Parfum-Museum in Grasse, ganz in der Nähe des 
Boulevard Fragonard. 

JULI (No. 7) Ein zarter, leichter Duft, mit einer
erfrischenden Grapefruit-Kopfnote, der zugleich
an grüne Feigenblätter, frische Minze und einen
kühlen Morgen erinnert. Geschmückt mit einer
an frische Wäsche erinnernden Moschuskombination
und einem Vetyverfond. Sieben Duftstoffe für den 
7. Monat im Jahr, Juli.

Ein Parfum zu mischen dauert bei mir fast ein ganzes Jahr.
Langsam taste ich mich an das gewünschte Ergebnis heran
und erst ganz zum Schluß mische ich das fertige Rezept
in einer etwas größeren Menge aus.

Die Arbeit mit kristallinen Rohstoffen ist nicht 
immer ganz einfach. Vorsichtig muß man die
Riechstoffe im Wasserbad erhitzen.

 

DEZEMBER (No. 12) Mit Limette, Kardamom und
einer Überdosis Rosa Pfeffer. Anregend, aufregend,
sehr spicy und gewürzig, im Fond reichlich Ambernoten,
Moschus, Patchouli und Perubalsamöl. Zwölf Duftstoffe
für den 12. Monat im Jahr, Dezember.

EAU DE FROEHLICHE No. 3 Ein fruchtiger Cassisduft
mit Rosmarin, Geranie, Rosen, Sandelholz, Cashmeran
und Weihrauch.

Tolubalsam, ein natürlicher Duftstoff, der ganz leicht
an Schokolade erinnert, muß erst erwärmt und
anschließend mit einem Lösungsmittel verdünnt werden.

Frangipani rubra aus der Gattung Plumeria,
benannt nach  Charles Plumier (1646 – 1706), 
der im Dienste von König Louis XIV als Forscher
unterwegs war. Das Absolue, welches man aus den
Blüten herstellen kann, riecht aber leider recht
medizinisch.

Fougère ist das franz. Wort für Farn und man beschreibt 
damit eine Duftfamilie. Doch was muß man sich unter 
Fougère vorstellen, wo Farn doch gar nicht riecht? 
Nun, vielleicht einen Wald, knisternde Nadeln unter 
den Schuhen, den frischen Geruch von Pinien und 
Eichenmoos, dazu Lavendel und Rosmarin, etwas 
Labdanum und Patchouli und immer wieder Coumarin.

Mein STEAMPUNK (Viola) entstand in Anlehnung
an den Roman 20.000 Meilen unter dem Meer von
Jules Verne. Der Duft kombiniert frische Zitrusnoten
mit einem zarten Veilchen, mal duftet es kühl und wässrig,
mal blumig süß und tropisch und dann wieder staubig,
trocken, pudrig und sehr nach orientalischer Zeder.

Schöne Riechstoffe, schöne Farben - vanilliges Benzoe.

Die Kunst, einen Rohstoff so zu erhitzen, daß er nicht gleich 
verbrennt, sondern langsam in Rauch aufgeht, beschreibt die
Herkuft des Wörtchens Parfum am Besten: per fumum heißt 
durch Rauch.

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12